🐶 Trainingsplan · 10 Lektionen

Gemeinsam lernen. Den Alltag entspannt meistern.

Ein klar aufgebauter Trainingsplan für die Hundeerziehung – vom ersten Blickkontakt bis zum sicheren Alltagstraining mit Ablenkung.

Freundliche Trainerin beim Training mit einem Welpen
Kurz & regelmäßigMehrmals täglich wenige Minuten sind wirksamer als lange Einheiten.
Belohnen statt drängenErwünschtes Verhalten markieren und passend belohnen.
Schrittweise steigernDauer, Entfernung und Ablenkung immer nur langsam erhöhen.
Der Trainingsweg

10 Lektionen für den Alltag

Jede Lektion enthält ein klares Ziel, eine kurze Erklärung und eine konkrete Übung zum direkten Anwenden.

Illustration für Lektion 1
Lektion 01

Name & Aufmerksamkeit

ZielDer Hund orientiert sich bei seinem Namen zuverlässig zum Menschen.

Der Name ist zunächst kein Rückruf, sondern ein positives Aufmerksamkeitssignal: „Schau zu mir.“ Verwende ihn freundlich und vermeide ständiges Wiederholen.

Übung: Blickkontakt markieren

  1. Stelle dich mit einigen Leckerlis in einen ruhigen Raum.
  2. Sage den Namen des Hundes genau einmal.
  3. Sobald er dich ansieht, markierst du mit „Ja“ oder Clicker.
  4. Belohne sofort und lasse ihn wieder wegschauen.
  5. Wiederhole 5–10 Mal und erhöhe später die Ablenkung.
2–3 Min.mehrmals täglich
Illustration für Lektion 2
Lektion 02

Sitz

ZielDer Hund setzt sich ruhig und zuverlässig auf ein Signal hin.

„Sitz“ ist ein praktisches Alltagssignal – etwa beim Anleinen, vor Türen oder an Straßen. Zuerst lernt der Hund die Bewegung, danach kommt das Wortsignal dazu.

Übung: Mit Futter führen

  1. Halte ein Leckerli knapp vor die Nase.
  2. Führe es langsam nach oben und etwas nach hinten.
  3. Sobald das Hinterteil den Boden berührt, markiere den Moment.
  4. Belohne direkt.
  5. Wenn die Bewegung sicher klappt, sage kurz vorher „Sitz“.
3–5 Min.ruhige Umgebung
Illustration für Lektion 3
Lektion 03

Platz

ZielDer Hund legt sich auf Signal hin und kann dadurch leichter zur Ruhe kommen.

Das Hinlegen ist eine gute Grundlage für längere Ruhephasen – zu Hause, im Büro oder unterwegs. Auch hier wird zuerst die Bewegung belohnt, danach das Signal ergänzt.

Übung: Nach unten führen

  1. Beginne mit dem Hund im Sitz.
  2. Führe ein Leckerli von der Nase senkrecht Richtung Boden.
  3. Ziehe es dann langsam etwas nach vorne.
  4. Berühren Brust und Bauch den Boden, markiere und belohne.
  5. Füge später kurz vor der Bewegung das Wort „Platz“ hinzu.
3–5 Min.ruhig aufbauen
Illustration für Lektion 4
Lektion 04

Bleib

ZielDer Hund bleibt für kurze Zeit ruhig an seinem Platz.

Bei „Bleib“ werden Dauer und Entfernung getrennt aufgebaut. Erst wenn eine kurze Wartezeit sicher funktioniert, entfernst du dich schrittweise.

Übung: Eine Sekunde Erfolg

  1. Lass deinen Hund sitzen.
  2. Zeige kurz deine offene Hand und sage „Bleib“.
  3. Warte zunächst nur eine Sekunde.
  4. Bleibt er sitzen, gehst du zu ihm zurück und belohnst.
  5. Steigere langsam Dauer und später Entfernung. Löse mit „Okay“ auf.
3–5 Min.Dauer vor Distanz
Illustration für Lektion 5
Lektion 05

Rückruf

ZielDer Hund kommt auf dein Signal schnell und gern zu dir zurück.

Der Rückruf ist ein Sicherheitssignal und sollte besonders hochwertig belohnt werden. Verwende das Signal nicht ständig, wenn du nicht sicher bist, dass dein Hund reagieren kann.

Übung: Rückwärts einladen

  1. Starte in einem ruhigen Raum.
  2. Entferne dich einige Schritte vom Hund.
  3. Sage freundlich dein Rückrufsignal, z. B. „Hier!“.
  4. Gehe ein bis zwei Schritte rückwärts und mache dich interessant.
  5. Kommt der Hund, belohne ihn besonders großzügig.
5–8 Wiederholungenspäter Schleppleine
Illustration für Lektion 6
Lektion 06

Leinenführigkeit

ZielDer Hund bewegt sich mit lockerer Leine und orientiert sich an dir.

Die Grundidee ist einfach: Eine lockere Leine führt vorwärts. Starkes Ziehen dagegen soll nicht schneller zum Ziel führen.

Übung: Locker = weiter

  1. Beginne an einem ruhigen Ort.
  2. Belohne deinen Hund regelmäßig, solange die Leine locker bleibt.
  3. Wird sie straff, bleibst du ruhig stehen.
  4. Sobald der Hund sich neu orientiert und die Leine lockert, gehst du weiter.
  5. Trainiere lieber kurze, erfolgreiche Abschnitte.
5–10 Min.wenig Ablenkung
Illustration für Lektion 7
Lektion 07

Aus & Tauschen

ZielDer Hund gibt Gegenstände freiwillig und ohne Konflikt ab.

Statt etwas gewaltsam wegzunehmen, lernt der Hund: Abgeben lohnt sich. Das stärkt Kooperation und reduziert Verteidigungsverhalten rund um Gegenstände.

Übung: Gegenstand gegen Belohnung

  1. Gib deinem Hund ein ungefährliches Spielzeug.
  2. Halte ein attraktives Leckerli an seine Nase und sage „Aus“.
  3. Lässt er los, markiere und belohne sofort.
  4. Gib das Spielzeug häufig wieder zurück.
  5. Übe mit unterschiedlichen, aber sicheren Gegenständen.
3–5 Min.freiwillig abgeben
Illustration für Lektion 8
Lektion 08

Deckentraining

ZielDer Hund verbindet seine Decke mit Ruhe und Entspannung.

Eine transportable Ruhezone hilft zu Hause, bei Besuch, im Büro oder im Restaurant. Die Decke wird Schritt für Schritt positiv aufgebaut.

Übung: Die Decke lohnt sich

  1. Lege eine neue Decke ruhig auf den Boden.
  2. Belohne zunächst jeden freiwilligen Blick und Schritt in Richtung Decke.
  3. Belohne dann vier Pfoten auf der Decke und später das Hinlegen.
  4. Gib dort gelegentlich einen Kauartikel.
  5. Führe erst später das Signal „Decke“ ein und verlängere die Ruhezeit.
5–10 Min.Entspannung fördern
Illustration für Lektion 9
Lektion 09

Impulskontrolle

ZielDer Hund lernt, nicht jedem attraktiven Reiz sofort nachzugehen.

Impulskontrolle hilft bei Futter, Türen, Spielzeug und Begegnungen. Sie wird in sehr kleinen, fairen Schritten trainiert.

Übung: Geschlossene Hand

  1. Halte ein Leckerli in deiner geschlossenen Hand.
  2. Der Hund darf schnüffeln, bekommt es aber noch nicht.
  3. Sobald er sich kurz von der Hand löst oder dich ansieht, öffnest du sie.
  4. Belohne den Moment der Selbstkontrolle.
  5. Steigere später mit Futter am Boden oder vor dem Napf.
3–5 Min.kleine Schritte
Illustration für Lektion 10
Lektion 10

Alltagstraining mit Ablenkung

ZielBekannte Signale funktionieren Schritt für Schritt auch außerhalb des Trainings.

Hunde lernen stark situationsbezogen. Ein Signal, das im Wohnzimmer klappt, muss daher an vielen Orten neu gefestigt werden.

Übung: Drei Orte, drei Signale

  1. Wähle drei bekannte Signale, z. B. Name, Sitz und Hier.
  2. Übe zuerst vor der Haustür.
  3. Wechsle anschließend auf eine ruhige Straße.
  4. Trainiere später im Park mit größerer Ablenkung.
  5. Wird es schwerer, vereinfache die Aufgabe und erhöhe die Belohnungsqualität.
5–10 Min.schrittweise übertragen